Stadtportrait

Die Hansestadt Gardelegen ist eine Mittelstadt im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie ist nach Berlin und Hamburg die der Fläche nach drittgrößte Stadt Deutschlands.

Gardelegen liegt in der südwestlichen Altmark zwischen Berlin und Hannover, nördlich von Magdeburg. Nachbargemeinden sind Klötze und Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel, Bismark (Altmark), Stendal und Tangerhütte im Landkreis Stendal sowie Burgstall, Westheide, Calvörde und Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde. Seit der Eingliederung von 18 ehemals selbstständigen Gemeinden zum 1. Januar 2011 ist Gardelegen, nach Berlin und Hamburg, mit seinen gut 630 km² der Fläche nach die drittgrößte Stadt Deutschlands. Markantes und weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt sind die drei Türme von Nikolaikirche, Rathaus und Marienkirche. Darüber hinaus ist der nahegelegene Truppenübungsplatz Altmark im Ortsteil Letzlingen ein Standort der Bundeswehr in der Hansestadt Gardelegen.


Geschichte:

Die erste Erwähnung Gardelegens als Sitz des Heinricus comes de Gardelege ist auf das Jahr 1186 datiert. Graf Heinrich von Gardelegen, ein Bruder Markgraf Ottos II. von Brandenburg, erscheint in diesem Jahr als Zeuge einer Urkunde des Bischofs von Brandenburg, die im Brandenburger Domstiftsarchiv liegt. [5] In der Lehensauftragung brandenburgischer Güter an das Erzbistum Magdeburg wird auch Gardelegen 1196 als Burg (castrum) und Flecken (oppidum) (siehe auch Burg Gardelegen) erwähnt. Die Verleihung des Braurechtes erfolgte 1314. Seit damals wurde in Gardelegen das Garleybier gebraut. Garley ist damit der weltweit älteste durchgehend bis heute genutzte Markenname. 1316 erwarb die Stadt das Schulzenamt und damit die „Hohe Gerichtsbarkeit“. Gardelegen trat 1353 dem Altmärkischen Städtebund und 1358 der Hanse bei. Im Jahr 1488 kam es zu einem Bierziesestreit mit dem Kurfürsten. 1553 war der Bau der Stadtbefestigung mit Magdeburger, Stendaler und Salzwedeler Tor abgeschlossen.

In den Jahren 1658, 1667 und 1685 zerstörten Stadtbrände große Teile Gardelegens. 1715 erhielt Gardelegen eine brandenburgisch-preußische Garnison. Nach Bildung des Kreises Gardelegen mit 144 Dörfern wurde Gardelegen 1816 Kreisstadt.

1937 wurde Gardelegen wieder Garnisonsstadt, aus der Reit- und Fahrschule der Provinz Sachsen an der Bismarker Landstraße wurde die Remonteschule zur Ausbildung von Kavallerie. [6]

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges starben am 15. März 1945 52 Menschen bei einem Angriff der 8. US Air Force auf die Bahnanlagen von Gardelegen. Die Nikolaikirche und andere Gebäude wurden zerstört. Am 13. April 1945 fand ein grausamer Massenmord in der Nähe Gardelegens statt: In der Isenschnibber Feldscheune ermordete die SS auf Anweisung des NSDAP-Kreisleiters Gerhard Thiele und mit Unterstützung der Bürger der Stadt 1016 KZ-Häftlinge. [7] Einen Tag später wurde die Stadt kampflos der US-Armee übergeben. Im Sommer 1945 zogen die Amerikaner vereinbarungsgemäß aus dem von ihnen besetzten Teil der Sowjetischen Besatzungszone ab. Truppen der Roten Armee rückten in Gardelegen ein.

1952 wurde Gardelegen Kreisstadt im Bezirk Magdeburg. Am 10. März 1964 schoss die sowjetische Flugabwehr in der Nähe der Stadt ein US-Aufklärungsflugzeug des Typs RB-66 ab. Der Besatzung warf man Spionage vor. [8] Gardelegen verlor den Kreisstadtstatus am 1. Juli 1994 und ist seitdem kreisangehörige Stadt des Altmarkkreises Salzwedel. Seit dem 28. Mai 2008 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt. Die Stadt war vom 24. bis 26. Juni 2011 Ausrichter des 15. Sachsen-Anhalt-Tages, der unter dem Motto „Auf allen Wegen – ab nach Gardelegen“ stattfand und von rund 150.000 Gästen besucht wurde.


Eingemeindungen:

Am 1. Juli 2009 wurden die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Gardelegen Stadt nach Gardelegen eingemeindet und die Stadt somit Einheitsgemeinde. Am 1. Januar 2010 erfolgte die Eingemeindung von Jeseritz, Potzehne, Roxförde, Wannefeld, Wiepke und Zichtau. Zum 1. Januar 2011 wurden durch einen Beschluss des Landtags die Orte Breitenfeld, Dannefeld, Estedt, Hottendorf, Jävenitz, Jeggau, Jerchel, Kassieck, Köckte, Letzlingen, Lindstedt, Mieste, Miesterhorst, Peckfitz, Sachau, Seethen, Sichau und Solpke eingemeindet.

Quelle: wikipedia.org